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»Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, und das andere rote Rosen.
Und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, und das andere Rosenrot . . . «
Mit diesen Worten beginnt eins der wohl schönsten Märchen der Brüder Grimm.
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Schon bald wurde uns klar, dass unsere Interpretation nicht darin liegen konnte, den Märchenstoff zu verändern oder auszuschmücken. Vielmehr bestand unser Vorgehen darin, so tief in die Geschichte einzudringen, dass sich sie Symbolik des Märchens auf eine Weise aufschlüsseln ließ, die eine Umsetzung für die Bühne im Einklang mit dem Märchentext ermöglichte.
Den Schlüssel zu dieser Inszenierung haben wir schließlich in einer engen Verflechtung von Erzählen und Figurentheaterpassagen gefunden.
»Schneeweißchen und Rosenrot« hat sich zu einer sehr textgetreuen und stimmungsvollen Inszenierung entwickelt. Die Aufführungen dieses Stücks sind auch für uns ein Erlebnis. Immer von neuem zeigt sich hier, dass das Märchen jedem, der bereit ist, sich seiner Bildersprache zu öffnen, auch etwas zu sagen hat, egal ob er fünf ist oder 55.
Inspiriert von der Wärme, die das Märchen ausstrahlt, und die uns auf diese Erzählung aufmerksam gemacht hat, wollten wir weder bei der Dramatisierung noch bei der Ausstattung Kompromisse machen.
»… Schneeweißchen ward mit ihm vermählt, und Rosenrot mit seinem Bruder, und sie teilten die großen Schätze miteinander, die der Zwerg in seine Höhle zusammengetragen hatte.
Die alte Mutter lebte noch lange Jahre ruhig und glücklich bei ihren Kindern. Die zwei Rosenbäumchen aber nahm sie mit, und sie standen vor ihrem Fenster und trugen jedes Jahr die schönsten Rosen, weiß und rot.«
Jakob und Wilhelm Grimm, 1822
Diese Inszenierung wurde gefördert durch die Bezirksregierung Lüneburg und das
Land Niedersachsen.
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